Die harmonischen Designparameter

Die Harmonischen Designparameter

 

Das harmonische Design der altägyptischen Architektur wurde durch die Vereinheitlichung von zwei Systemen erreicht:

1. Arithmetik (Signifikante Zahlen).

2. Grafik (Quadrat, Rechtecke Und Ein Paar Dreiecke).

Die Zusammenführung der beiden Systeme spiegelt die Beziehung der Teile zum Ganzen wieder, was die Essenz des harmonischen Designs darstellt. Diese Einheit von Arithmetik und Grafikdesign folgt den unten beschriebenen Elementen

1. Das Arithmetische System Bestand Aus: 

1-a. Die Aktiven Achsen

Eine Achse ist eine imaginäre und ideale Linie, um welche sich ein beweglicher Körper dreht. In der Geometrie ist eine Achse ebenso imaginär – eine Linie ohne Dicke.

Der ägyptische Tempel wurde als eine organische, lebendige Einheit angesehen. Er ist in ständiger Bewegung; seine komplexen Ausrichtungen und seine vielfältigen Asymmetrien lassen ihn um seine Achsen oszillieren. Diese Bewegung findet in einem Rhythmus statt, der von dem “Modul” gegeben wird, oder dem jeweiligen Koeffizienten des zu definierenden Gegenstandes oder der Idee.

Bei der altägyptischen architektonischen Gestaltung fällt die auffallend starke Symmetrie um die Längsachsen auf. Dies ist das Ergebnis des antiken ägyptischen Wissens um die kosmischen Gesetze. Der ägyptische Designer reflektiert eine solch leichte kosmische Asymmetrie durch das Sicherstellen, dass die Elemente auf den beiden Seiten der Achse nicht miteinander identisch sind. Während viele davon harmonisch ausgewogen sind, sind die Elemente jedoch nicht symmetrisch.

Die Achsenlinie findet sich in einigen wiederentdeckten architektonischen Zeichnungen oder Skizzen auf Papyri und Tafeln aus verschiedenen Epochen. Sie waren vermutlich Notizen der Arbeiter und trotz ihres praktischen Zwecks verfügen sie immer noch über die Achsenlinie, die in der gleichen herkömmlichen Weise gezeichnet wurde wie in modernen Zeichnungen.

In den Gebäuden selbst ist die Achse durch eine gravierte Linie auf den Steinen des oberen Verlauf einer Fundamentplatte markiert, wie es im Tempel von Luxor der Fall ist.

1-b. Signifikante Punkte (Entlang Der Achse)

Wesentliche Punkte wurden entlang der Designachse bestimmt. Diese Punkte markieren die Kreuzungspunkte mit den Querachsen, der Ausrichtung einer zentralen Türöffnung, der Position eines Altars, dem Zentrum eines Heiligtums, etc. Diese wichtigen Punkte folgen einer genauen arithmetischen Progression. In vielen der besten Pläne liegen diese signifikanten Punkte in harmonischen Abständen voneinander, und ihre Abstände von einem Ende zum anderen drücken die Zahlen der Gesamtsumme (sogenannte Fibonacci-Reihe) aus: 2, 3, 5, 8, 13, 21, 34, 55, 89, 144, 233, 377, 610 … Die harmonische Analyse zeigt eine Reihe von signifikanten Punkten, die von beiden Enden her lesbar ist, das bedeutet, wenn sie invertiert (spiegelverkehrt) wird, würde ein System signifikanter Punkte ebenfalls mit der Zahlenreihe übereinstimmen, wenn der Bezugspunkt am entgegengesetzten Ende des Planes beginnt.

Hohe Zahlen der Summationsreihe zeigten sich in den ägyptischen Denkmälern seit dem Alten Reich. Das Design des Pyramidentempels von Khafra (Chephren) erreicht die Summe von 233 Ellen in seiner Gesamtlänge, wie von der Pyramide aus mit einer kompletten Reihe von zehn wichtigen Punkten gemessen.

Der Tempel von Karnak folgt den Zahlen der Summationsreihe bis zu 610 Ellen, das heißt ZWÖLF signifikanten Punkten. [Siehe die Diagramme beider Tempel im nächsten Kapitel].

2. Das Grafische System Bestand Aus:

2-a. Die Teleskopdreiecke

Der typisch ägyptische Tempelplan nimmt vom Heiligtum aus nach vorne an Breite und Höhe zu. Diese völlige Abgrenzung basierte seit dem Alten Reich auf einem „Teleskopsystem“-Design . Die Zunahme in der Breite wurde durch die Verwendung von aufeinanderfolgenden 1:2, 1:4 und 1:8 Dreiecken von einem oder mehreren signifikanten Punkten aus erreicht. [Siehe Diagramm von Tempel vom Karnak (teilweise) unten.]

Dieselbe Teleskopanordnung wurde auch auf den vertikalen Plan angewendet, wobei der Boden des Tempels abfiel und die Dächer nach außen in Richtung der Pylonen des Tempels anstiegen; wie in mehreren Tempeln in einem früheren Kapitel dieses Buches gezeigt.

2-b. Die Rechteckigen Perimeter 

Die allgemeinen horizontalen und vertikalen Konturen sind im Wesentlichen eine rechteckige Form, sowohl für den Gesamtplan als auch seine Bestandteile. Die am häufigsten verwendeten Anordnungen sind:

  • Ein einfaches Quadrat, so wie es im Pyramidentempel von Khafra (Chephren) in Gizeh verwendet wurde.
  • Ein Doppelquadrat oder 1:2 Rechteck, wie der Djoser-Komplex in Sakkara, die innere Umfassung in Karnak und die Festhalle von Thutmosis III.
  • Wurzel-Rechtecke – zahlreiche Beispiele [siehe unten].

  • Das Neb (goldene) Rechteck, in dem der “Zahlenwert” des Verhältnisses zwischen den beiden Seiten gleich 1,618 ist – zahlreiche Beispiele wie der Pyramidentempel von Khafra (Chephren) in Gizeh [bereits vorher gezeigt].

 Die Vertikale Ebene

Die alten Ägypter waren die Meister des vertikalen Prinzips und auch der horizontalen Linie. Vertikale Höhen folgten dem gleichen proportionalen Anstieg wie die horizontalen Breiten, da Anbauten an der Vorderseite der Monumente gemacht wurden – ein charakteristisches Merkmal der ägyptischen Tempel.

Harmonische Proportionen wurden von den alten Ägyptern in allen drei Dimensionen angewendet, wie zum Beispiel:

  • Die Pyramiden (quadratische Grundfläche und Dreiecksvolumen).
  • Der bemerkenswerte Fall der Königskammer in der Cheopspyramide, die ein exaktes Verhältnis zwischen den großen Raumdiagonalen erforderte im Hinblick auf die Dimensionen dieses Ortes. [siehe Diagramm in Kapitel 8]
  • Pylonen. [Siehe Diagramm in Kapitel 8.]
  • Türen/Portale/Tore. [Siehe Diagramm in Kapitel 8.]
  • Vertikale Höhen folgten demselben proportionalen Anstieg wie die horizontalen Breiten, da die Anbauten an der Vorderseite der Monumente gemacht wurden – ein charakteristisches Merkmal der ägyptischen Tempel. 

Verschiedene Anwendungen der harmonischen Gestaltung der altägyptischen Werke – während der gesamten wiederentdeckten Geschichte und im ganzen Land – finden sich im nächsten Kapitel dieses Buches.

 

[Ein Auszug aus dem Buch “Die altägyptische metaphysische Architektur” von Moustafa Gadalla]

Buchinhalt auf https://egypt-tehuti.org/product/die-altagyptische-metaphysische-architektur/

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