“Falsche Türen” — Die Physikalische Metaphysikalische Schwelle

“Falsche Türen” — Die Physikalische Metaphysikalische Schwelle

 

Auf der westlichen Seite ALLER ägyptischen Tempel, Schreine und Privatgräber aller Epochen der altägyptischen Geschichte gibt es immer einen Riss/Spalt in der Wand – oder wie man es üblicherweise bezeichnet: eine falsche Tür.

Der Westen ist der Eingangsort des verstorbenen Geistes. Es ist die Schwelle zwischen dem physischen irdischen und dem metaphysischen Bereich.

Die „falsche Tür” ist im Grunde eine Form von Wandeinbau mit Steinsockeln, im Detail ähnlich einer üblichen  Tür/einem Fenster, die/das geöffnet und geschlossen werden kann. Die “falsche Tür” kann die Form von „Mehrab“ annehmen, einer Nische in der Wand, die ein Bildnis oder eine Reliquie enthält. In Göttertempeln findet man die falsche Tür ganz hinten im Heiligtum, wo sie als Schnittstelle zwischen der göttlichen und menschlichen Ebene dient.

Hereinkommende menschliche Handlungen und ein direkter Energie Fluss enden an der falschen Tür  – und der Abfluss von göttlichem Segen beginnt und fließt nach außen in Richtung Tempeleingang.

Wenn man zum Beispiel den massiven Tempel von Medinet Habu am Westufer von Luxor betrachtet und einen Blick auf seine Westwand wirft – finden wir dort die falsche Tür.

 

 

Weiter nördlich in Abdydos finden wir eine ähnliche falsche Tür an der Westwand.

 

Ebenso in Hunderten von Gräbern – Mastabas – auf dem ganzen Gizehplateau.

 

Falsche Türen findet man auch entlang der Westmauer der Gräber in Sakkara.

 

Der Begriff “falsche Tür” an sich ist ein wenig irreführend, da aus ägyptischer Sicht diese Ausstattungen voll funktionsfähige Portale waren, durch die der Geist des Verstorbenen das Innere des Grabes verlassen oder betreten konnte, um die ihm angebotenen Opfergaben anzunehmen.

Ergänzende Elemente an den falschen Türen in den Gräbern:

1. Die meisten dieser Paneelen zeigen den Eigentümer in stehenden oder sitzenden Posen vor einem Opfertisch. Die Figur des Eigentümers ist mit seiner Vorderansicht in die Wand gemeißelt, wie er über die Türschwelle heraustritt. Die Reliefs der Verstorbenen in stehender Pose erscheinen außerdem an den Pfosten der falschen Tür, wo sie den Eigentümer darstellen, wie er herauskommt, um die Grabbeigaben zu erhalten.

 

2. Ein Opfertisch – vor der Figur des Verstorbenen – angehäuft mit geschnittenem Brot und einfachen Texten, die verschiedene Speisen- und Trankopfer aufzählen, die in Reichweite vor dem Stapel von Brot und Bier ausgebreitet sind und die Rindfleisch und Geflügel und Gemüse, Kleidung und heilige Öle enthalten. Der Altar mit seinen Brotscheiben wird manchmal ergänzt mit anderen Platten, die andere Opfergaben oder Behälter mit Trankopfern enthalten.

3. Besucher bringen die Opfertiere und Vögel und zerschneiden die Opferstiere an der Tür des Grabes. In der Mitte ist der verstorbene Mann, der unter seinem Pavillon sitzt (was ein anderes Reich bedeutet) und das Opfer empfängt.

4. Hinter der Tür ist der Hauptschacht zur Grabkammer. Der Hauptschacht führt von der Mitte des Daches der Mastaba zur Grabkammer.

 

Die festlichen Treffen an den “falschen” Türen

Auf Festen und an Opfertagen, wenn die Besucher das Bankett mit den üblichen Riten präsentieren, könnte die große bemalte Figur, die hervorkommt und durch das Licht der flackernden Kerzen und rauchenden Lampen gesehen wird, als lebendig angesehen werden. Es war, als würde der verstorbene Vorfahr selbst aus der Wand heraustreten und auf mysteriöse Weise vor seinen Nachkommen stehen, und Anspruch auf seine Huldigung erheben. Die Inschrift auf dem Türsturz wiederholt noch einmal den Namen und Rang des Verstorbenen. Originalgetreue Porträts von ihm und anderen Mitgliedern seiner Familie befinden sich in den Reliefs an den Türpfosten.

Die Szenen stellen ihn dar, wie er ruhig an einem Tisch sitzt, mit den Details des Festmahls sorgfältig an seiner Seite aufgezeichnet, vom ersten Moment an, wenn ihm das Wasser für die Waschung gereicht wird, bis zu dem Moment, wo alle Kochkünste ausgeschöpft sind und er nur noch in einem Zustand der Zufriedenheit zu seiner Wohnstätte zurückkehren muss.

Durch die göttliche Gunst, werden die Seelen oder vielmehr die Doppel [Ka-s] des Brotes, Fleisches und der Getränke in die anderen Welt hinübergeben und dort das menschliche Doppel [Ka] erfrischen. Es war jedoch  nicht notwendig, dass das Opfer eine materielle Existenz haben musste, um wirksam zu sein: Der erste Ankömmling musste nur den Namen und die Formeln, die auf dem Stein eingeritzt waren, laut wiederholen. Damit war für den unbekannten Bewohner des Grabes allein dadurch gesichert, dass er in den unmittelbaren Besitz all der Dinge kam, die aufgezählt wurden.

 

[Ein Auszug aus dem Buch “Die altägyptische metaphysische Architektur” von Moustafa Gadalla]

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